Vom Aoraki nach Oamaru

Die vielgepriesene und abwechslungsreiche neuseeländische Landschaft ist kein Mythos. Auf dem Weg vom Lake Tekapo zum Mount Cook (Maori: Aoraki), dem höchsten Berg Neuseelands (3.754m), wurde uns das beindruckend vor Augen geführt. Wir fuhren auf ebenem Gelände und dann plötzlich zeigt sich das Panorama der schneebedeckten Südalpen am Horizont. Vorbei am türkisen Lake Pukaki, baute sich so langsam der Mount Cook mit seinen Gipfeln vor uns auf. Über eine Schotterpiste, die in einer Sackgasse mündet, erreichten wir einen der spartanischen DOC Campingplätze mit unbezahlbarem Ausblick. Wir schliefen zu Füßen des Mt Sefton, eines schneebedeckten Nachbarn des wunderschönen Mount Cook, der immerhin höher als der höchste Berg Deutschlands ist.

Glücklicherweise rochen seine Gliedmaßen nicht so eklig wie unsere, denn der Campground bestand lediglich aus einer Toilette und Küche. Keine Duschen! Okay, wir hätten uns auch im Auto waschen können, aber das würde hier die Story kaputt machen.

Da uns am Tag der Ankunft die Sonne ziemlich auf den Pelz brannte, hielten wir erstmal Siesta und ließen uns von Johannes und Leonie einen leckeren Latte (ja, die hatten tatsächlich Espressokocher und Milchschäumer mit an Board) zubereiten. Am späten Nachmittag machten wir uns dann auf, den Hooker Valley Track zu bezwingen. Das war eine ziemliche Strapaze, denn die Sonne war unerbittlich und es gab unterwegs keinen Schatten spendenden Baum. Aber dafür zwei waghalsige Hängebrücken und einen tollen Blick auf den Berg. Der Weg ist mit drei Stunden angegeben, wir haben dann allerdings vorzeitig aufgegeben und sind zurück zum Basiscamp.
 Am folgenden Tag machten wir einen kurzen Abstecher zum Tasman Gletscher. Der sehr kurze, aber steile Weg versprach laut Reiseführer einen fantastischen Blick auf im Gletscherwasser schwimmende Eisberge. Nachdem wir den Berg erklommen hatten, konnten wir auf der Spitze ein Infotafel lesen: Wo ist der Gletscher hin? Also viel war da nicht mehr zu sehen. Ein echtes Trauerspiel. Das Erdbeben vom Februar 2011, das auch Christchurch ziemlich zugesetzt hat (wir hatten davon berichtet), rüttelte 30 Millionen Tonnen Eis des Gletschers in den See (siehe Neuseeland-Beben schüttelt Gletscher kaputt).
Anschließend verließen wir die Berge wieder und machten uns auf den Weg in Richtung Ostküste, die in nur etwa drei Stunden Fahrtzeit zu erreichen ist. Kurz hinter dem Lake Pukaki, den wir ein weiteres Mal passieren mussten, legten wir im Örtchen Twizel noch einen Zwischenstopp ein, um eine Lachsfarm zu besuchen. Wegen der idealen Bedigungen im dortigen Gewässer ist die Gabe von Antibiotika oder anderen Medikamenten nicht notwendig. Die Besucher werden dazu ermuntert, die Fische mit eigens dafür bereit gestelltem Futter zu beköstigen. Theo fand es sehr spannend zu beobachten, wie die Fische den in den Teich geworfenen Futterpellets hinterher sprangen. Wir kauften uns dann natürlich noch frischen Lachs (ein halbes Kilo für umgerechnet weniger als 10€), denn solch eine Gelegenheit lässt man sich natürlich nicht entgehen.

Die nächste Etappe auf unsere Landkarte war der kleine aber sehr entzückende Ort Oamaru. Rund um das Hafenviertel und in der historischen Innenstadt haben sich kuschelige Cafès, Künstler und Handwerker angesiedelt. Und das sehr schick in einem Ensemble viktorianischer Architektur.

Unsere lieben Freunde Ard und Henriette hatten uns verraten, dass es in Oamaru einen Bäcker gibt, der deutsches Brot bäckt. Wir haben uns gefreut wie kleine Kinder. Man muss dazu wissen, dass das hiesige Brot den Namen nicht verdient. Die Brotlaibe sind in etwa so groß wie in Deutschland, wiegen aber nur 400g. Keine Ahnung wie die so viel Luft in den Teig kriegen. Zusammen mit dem frischen Lachs, der auf dem Grill landete, genossen wir ein vollkommenes Abendmahl. Theo hat auch gefuttert, als gäbe es keinen Morgen.

Der krönende Abschluß unseres Besuchs, sollte die Beobachtung der kleinsten Pinguine der Welt, die Blue Penguins, sein. Eigens dafür wurden am Strand Beobachtungsplattformen angelegt, von wo aus man am Abend die Rückkehr der Pinguine, nach einem harten Arbeitstag draußen im Meer, verfolgen kann. Das Ereignis stellten wir uns ganz putzig vor, wie die so aus dem Wasser gewatschelt kommen. Nur leider muss Theo der Fisch auf die Laune geschlagen haben, denn es gab studenlanges meckern und Gebrüll bis wir letztlich alle erschöpft einschliefen.

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