Volle Fahrt, Kurs Süd-Südwest!

Unser letzter Bericht endete in der Pinguinstadt Oamaru, die wir verließen ohne einen einzigen Pinguin gesehen zu haben. Wir folgten der Ostküste in südlicher Richtung, verzichteten dabei auf den schnellen Highway zugunsten von Küstenstraßen, die uns immer wieder tolle Blicke auf einsame Strände gewährten. An einem ebensolchen schönen – wenn auch nicht ganz so einsamen – Strand wartete schon die nächste Touristenattraktion auf uns: die Moeraki Boulders.

Die Moeraki Boulders sind teilweise über 2 m große Steinkugeln, die da einfach so am Strand rumliegen, als ob sie jemand verloren hätte. Die Wissenschaft hält natürlich Theorien über die Entstehung der Kugeln parat, die der geneigte Leser bei Interesse gerne nachlesen kann.

Nachdem wir genügend Fotos von den Bouldern geschossen hatten, fuhren wir zur zweitsüdlichsten Großstadt der Welt mit dem vermutlich zweitschönsten Bahnhof der Welt: Dunedin ([dəˈniːdɨn]). Die südlichste Großstadt der Welt wird am Ende dieses Beitrags verraten, damit ihr alle schön bis zum Schluss weiter lest.

Dunedins Bahnhof von außen

Dunedins Bahnhof von außen

...und von innen

…und von innen

Wichtig an Dunedin ist in erster Linie, dass das ‚e‘ in der Mitte des Wortes als schön lang gezogenes ‚i‘ ausgesprochen wird. Die Gründung der derzeit 120.000 Einwohner zählenden Stadt geht auf schottische Einwanderer zurück. Nicht zuletzt deshalb gilt Dunedin als die schottischste Stadt der südlichen Hemisphäre (vielleicht ist es auch nur die zweitschottischste, wer weiß…). Die Innenstadt mit ihren Cafés und Bars, in die wir wegen unserer kleinen Begleitung nur verstohlene Blicke werfen konnten, ist äußerst attraktiv. Auch kulturell hat Dunedin einiges zu bieten, so gilt sie als zweit – ähm, ich meine – viertwichtigste Kulturstadt Neuseeland. Aber auch die Lage am Meer mit tollen Stränden macht die Stadt zu einem lebenswerten Ort.

Völlig überfüllter Strand

Völlig überfüllter Strand

...schlimmer als auf Malle

…schlimmer als auf Malle!

Unser Campingplatz war übrigens in Laufreichweite zu dem abgelichteten Strand. Baden gehen war uns wegen der hohen Wellen zu gefährlich, nur ein paar Surfer versuchten ihr Glück. Theo mochte den Sand zum Fressen gern, wir dachten schon dass er kein Abendbrot mehr braucht.

Sand ist toll

Sand ist toll

Lecker!

Lecker!

Am Tag nach dem Strandbesuch war das Wetter nicht so berauschend – es regnete. Das war der erste und bisher einzige Tag mit wirklich schlechtem Wetter. Da der Strand bei diesem Wetter nicht sonderlich attraktiv war, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt in Richtung Catlins. Etwa 40 km hinter Dunedin fiel uns dann ein, dass wir vergessen hatten die größte Attraktion Dunedins, ein echtes Superlativ, zu besichtigen: die steilste Straße der Welt. Aber deshalb umkehren? Und dann mit dem Campervan die Straße rauf? Nee, das haben wir uns dann doch geschenkt.

Die Catlins sind eine rauhe, naturbelassene Gegend im äußersten Süden Neuseelands, wo eigentlich immer eine steife Briese weht. Die Region kann man nicht so richtig als Geheimtipp bezeichnen, aber sie steht auch nicht auf jedermanns Reiseroute an oberster Stelle. Die Landschaft wird durch zerklüftete Küsten und dichte Regenwälder bestimmt. Wir waren also am bisher einzigen Tag mit Dreckswetter in der wahrscheinlich stürmischsten Region Neuseelands unterwegs. Unserer erster Stopp war der Nugget Point, wo der Wind wirklich richtig heftig blies.

Nugget Point

Nugget Point

Dass dies nicht nur an diesem Tag so ist, kann man schön an Bäumen und Büschen erkennen, die eine gewisse Sturmfrisur aufweisen.

Windschiefe Bäume am Nugget Point

Windschiefe Bäume am Nugget Point

In den Regenwäldern der Catlins verbergen sich zahlreiche Wasserfälle, die durch kurze Spaziergänge zu erreichen sind.

Purakaunui Falls

Purakaunui Falls

Kleinere Stufe der McLean Falls

Kleinere Stufe der McLean Falls

Spaziergang zum Wasserfall

Spaziergang zum Wasserfall

Speziell die Vegetation des Regenwaldes mit seinen meterhohen Baumfarnen weckt in mir ein spezielles Neuseeland-Gefühl. Man fühlt sich manchmal wie im Tropenhaus eines botanischen Gartens, nur dass es hier keinen Ausgang gibt. Die Geräusche, hauptsächlich bestehend aus dem Singen der Zikaden, exotischen Vogelgesängen und dem Rauschen eines Baches, vervollkommnen das Bild.

Tautuku Bay

Tautuku Bay

Am südlichsten Punkt Neuseelands – dem Slope Point – scheint auch immer ein guter Wind zu wehen. Zumindest haben die Bäume eine Vorliebe für eine Richtung entwickelt.

Bäume am Slope Point

Bäume am Slope Point

Das soll es für heute gewesen sein. In der nächsten Episode berichten wir von den Vampiren der Westküste und der beliebtesten Touristenattraktion Neuseelands, die beide untrennbar miteinander verbunden sind.

Die südlichste Großstadt der Welt ist übrigens Punta Arenas in Chile.

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2 Gedanken zu „Volle Fahrt, Kurs Süd-Südwest!

    • Huhu Hannes, hatte dir über Facebook eine Message gesendet. Ihr seid bestimmt gerade in Australien. Habt ihr Tipps für die Nordinsel?

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