Christchurch – die gebrochene Stadt

Nachdem wir die zweite Flugetappe gut überstanden hatten (Theo war total lieb und hat fast den gesamten Flug verpennt), warteten zwei Übernachtungen in einem Motel in Christchurch auf uns. Ich hatte ein Zimmer in Laufreichweite des Zentrums gebucht, in der Hoffnung dort ein wenig durch die Stadt bummeln und schon ein paar Besorgungen für unsere Camper-Tour machen zu können.

Wir wussten natürlich, dass das Erdbeben vom Februar 2011 verheerende Zerstörungen mit sich brachte und zahlreiche Tote forderte, aber uns war nicht klar dass die komplette Innenstadt – das Herz von Christchurch – völlig zerstört wurde und bis heute nicht zugänglich ist. Das einzige, was man in der Innenstadt besichtigen kann, ist ein großer Park mit botanischem Garten. Viele Geschäfte und Restaurants stehen leer oder sind in die Randbezirke gewandert. Auffällig war, dass insbesondere Kirchen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ich glaube, kein einziges intaktes Gotteshaus gesehen zu haben, während Wohnhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft scheinbar unbeschadet blieben. Das mag jetzt jeder interpretieren wie er will. Ein Fünftel der ehemaligen Bevölkerung hat die Stadt verlassen. Insgesamt machte die Stadt auf uns einen traurigen, gebrochenen Eindruck.

Doch nicht jeder Einwohner von Christchurch lässt sich von der Katastrophe unterkriegen. So entwickelten sich kreative Projekte, allen voran die Re:START Mall, welche das Leben zurück in die Innenstadt bringen möchten. Die Re:START Mall besteht aus bunten Schiffscontainern und beherbergt Geschäfte, Cafés, Banken, Postamt etc. Dort haben wir leckere Souvlakis vom Grill in Pita-Brot gegessen, die Theo auch sehr lecker fand (natürlich mit Knoblauch-Sauce).

Re:START Mall

Re:START Mall

Man trifft aber auch auf Straßen-Cafés, die einfach mit Stapeln bunt angemalter Euro-Paletten (oder wie die Dinger hier genannt werden) von den Trümmer-Feldern abgegrenzt werden. Schön, das die Leute den Mut nicht völlig verloren haben.

Ein Gedanke zu „Christchurch – die gebrochene Stadt

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